Weihnachten

oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, in jedem Raum ein Traum. Aufgeputzt und hergerichtet, steht sie jetzt da, wie jedes Jahr.

Jedoch ihre Nichte, die Fichte, die, die so viel sticht, beachtet man halt dann auch nicht.

Es gibt ja so Tendenzen. Man darf ja schließlich Bäume noch ausgrenzen.

Sonst hört sich ja hier alles auf, wenn ich mir eine Nordmanntanne kauf.

Mitnichten. Da kommt das Raunen von der Fichten.

Bin ich schlechter, nur weil ich mehr steche?

Da geht es jetzt so hin und her, ganz ewig geht der Briefverkehr, zwischen den beiden Nichten.

Niemand, bisher, konnte das jemals schlichten.

Wer hat mehr wert, wer wiegt viel mehr? Wer wurzelt wo, wo kommt wer her?

Es bäumt sich auf. Jeder will mehr.

Jetzt, ja jetzt, erwartet man ein versöhnliches Ende.

Doch. So schnell geht es wohl nicht. Verlangt nach einer Wende, die besticht.

Am ENDE gibt es womöglich auch Vernunft, und ein Leben, und jedem Baum seine angemessene Unterkunft!

Weihnachten überall!

 

 

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„Zeit essen Seele auf“

Jene besinnliche Zeit, die so viel verspricht und oft so wenig bereit hält. Wo Zeit zur Mangelware wird und die Bereitschaft diese zu geben, eine oft unüberwindbare Hürde darstellt. „Zeit essen Seele auf“, möchte ich anlehnen an den Titel von Rainer Werner Fassbinder (Angst essen Seele auf), und ich bin  überzeugt davon, dass, Zeit, an und für sich, einer neuen Definition bedarf.

Ich wünsche mir:                                                                                                                Zeit, die nicht immer zweckgebunden ist                                                                           Zeit, die an etwas in uns erinnert, das wieder geweckt werden will                                   Zeit, die uns erlaubt, Dinge zu tun, die kein Ergebnis brauchen                                            Zeit, die unsere Seele braucht, um an all dem zu wachsen.

Darum möchte ich  allen diese wundervollen Zeilen von Joseph Beuys widmen, und hoffen, dass wir unserem Leben diese Zeit gönnen. Denn, wer sonst als wir, haben die Befugnis dazu?

Lass dich fallen,

lerne Schlangen beobachten, pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein,
mache kleine Zeichen, die „Ja“ sagen und
verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch du kannst
mit deiner Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere „verantwortlich zu sein“,
tue es aus Liebe.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge,
bade im Mondlicht.
Träume wilde phantasievolle Träume,
zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert,
kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu.
Spiele mit allem, unterhalte das Kind in dir,
du bist unschuldig, baue eine Burg aus Decken,
werde nass, umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe“(J. Beuys).

Im Sinne der Zeit, wünsche ich allen: Besonnenheit, erstaunt sein, Fantasie, Träumerei, Konstruktives, Spontaneität und vorallem, Freude am Sein. Freude am Tun.

So viel zum Thema: „Zeit essen Seele auf“.