Jahrhundertfrauen

Dieser Titel stammt nicht von mir. Es ist ein Film, der gerade im Kino läuft. Der Titel alleine hat mein Interesse nicht geweckt. Auch nicht die Besetzung. Es ist ein Film über das Erwachsenwerden, der beiläufig eine ganze Epoche portraitiert. Wie viele Auseinandersetzungen dazu gibt es dazu bereits ? Ist auch egal.

Ich habe ihn mir angeschaut. Ich wollte einfach wissen, was dahinter steckt. Und ich muss zugeben, ich war überrascht. Erlebniswelten unterschiedlichster persönlicher,  historischer und kultureller Entwicklungen lassen sich unschwer auf einen Nenner bringen. Und dennoch, es gelingt in diesem Film einen Spannungsbogen her zu stellen, der Frauen so beleuchtet, dass sie in der ihrer innewohnenden Kraft und gleichzeitig existierenden Verletzlichkeit, niemals als Verlierer oder Gewinner da stehen. Vielmehr zeichnet der Film den Umriss des Lebens in so wunderbaren Weise nach, dass es Situationen im Leben gibt, deren Konsequenz man sich manchmal nicht im Geringsten  bewusst ist, aber, durch das Vertrauen in die eigene Kraft, und die der Beziehung zu den anderen, der Entwicklung stand hält.  Inhalte generieren sich immer wieder von Neuem. Es ist, glaube ich, keine Frage der Zeit, es ist vielmehr eine Frage der Haltung und der Aufgeschlossenheit gegenüber den Zeichen der Zeit. Und, wie wunderbar, 1979,  es wird hemmungslos geraucht.

„Prädikat“ sehenswert. Ein Prädikat wird meist durch ein Verb gebildet. Hier vielleicht zwei: sehen und hören!