Licht und Schatten

Licht und ihre verbündete, subversive Lebenskraft!

Licht und Schatten. Anteile, die sowohl kunst-therapeutisch als auch gesellschaftspolitisch eine genauere Betrachtung verdienen. Ich habe erst kürzlich ein zweitägiges Seminar absolviert, das glücklicherweise wieder neues Licht in meine kunsttherapeutische Arbeit gebracht, aber auch einen alten Schatten geworfen hat.

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Das Seminar fand am Friedrichshof (Burgenland) statt und trat unweigerlich mit der historisch bedingten Schattenbewältigung unserer Gesellschaft in Verbindung und so in Folge auch mit meinen. Die Geschichte der Kommune und dem Versuch ein neues „Gesellschaftsmodell“ zu etablieren, ist letztendlich gescheitert. Ohne darüber Urteil abzu liefern, möchte ich doch bemerken, dass dieser Entwicklung seitens des  Wiener Aktionismus ein konfrontativer und reformativer Ansatz vorausging. Aufbegehren und das Aufzeigen über das Medium Bild hinaus, in die Aktion und Gestaltung zu gehen, ließ aber damals nicht das zu, woran manche glaubten und in künstlerischer Manier daran arbeiteten. Auch das sei dahingestellt, inwieweit diese zum Teil brachialen Überschreitungen dem ursprünglichen Auftrag dienten. Die „heile Welt“ Politik der Ende 60iger bis 70iger Jahre, in ihrer Ausblendung und Verniedlichung, stand dem radikal aufbrechenden Aktionismus gegenüber. Eine, wenn man so will, Licht-und Schattenperformance! Aber das ist Geschichte!

„Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst!“(C.G.Jung)             

Licht und Schatten! Aber wie verhält es sich denn mit unseren eigenen Ist/Idealvorstellungen? Der Schatten zählt laut C.G.Jung zu den archetypischen Bildern der Seele. Ob wir wollen oder nicht, es existieren diese negativen Eigenschaften in uns. Allerdings, wenn man bereit ist, eine Schattenakzeptanz zu entwickleln und ihr mit Selbstliebe zu begegnen, dann können wir diese Energie frei setzen und sie uns positiv zunutze machen.

Schon Gandhi sagte: „Die einzigen wirklichen Teufel in der Welt sind jene, die in unserem Herzen herum laufen. Hier muss die Schlacht geschlagen werden!“

In der Kraft der Friedfertigkeit wird immer auch ein Funke von Streit verborgen sein, der erst ermöglicht, dass sich Ganzheit entfalten kann. Wie steht es heute in unserer zum Großteil von Ausgrenzung , Intoleranz und Wettstreit geprägten Gesellschaft  um diese integrative und  diskursive Akzeptanz? Ich befürchte nicht ganz so gut.  Um zu Gandhi zurück zu kehren. Den Teufelchen in uns, denen sollten wir uns gelegentlich einmal widmen. Es ist Platz genug. Manchmal brauchen wir diese subversive Kraft um mit dieser Schattensensibilität eine Veränderung herbeiführen zu können. Neues Licht wirft wieder Schatten, aber in integrativer und diskursiver Weise, sind wir fähig beides zu einem positiven Ganzen zu führen. Manchmal sollten wir unsere Masken abnehmen und uns von unserem Ideal befreien.

Soviel zum Thema: „Licht und Schatten“

KAST, Verena (1999): Der Schatten in uns, Walter Verlag

 

 

Einfach Glück;)

Denn Herr Rossi sucht das Glück,                                                                                  sucht man es, so fehlt ein Stück,                                                                                           ja, es fehlt ein Stück vom Glück.

Ja Herr Rossi hat’nen Wunsch,                                                                                            Eis vom Nordpol flambiert mit Punsch, eine Schokoladenburg,                                              3 Stück Kuchen, 6 Kaffee, 20 Törtchen und nen Tee-                                                           was noch, was noch, was noch?usw……………………………..

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Viele können sich vielleicht an die Serie der 70iger Jahre erinnern. Wir alle suchen immer nach der Lebensweise, die auf Glück und Zufriedenheit basiert. Erst kürzlich hatte ich mit einigen Leuten ein Gespräch darüber. Wir waren uns insofern einig, dass die Suche im Außen wohl einen Trugschluss darstellen muss. Was bleibt dann? Die Suche im Innen? Ist das der Weg zur Glückseeligkeit, oder ist das auch eine Suche, die nur bedingt das hält, was es zu versprechen scheint? Viele Methoden deuten darauf hin, dass das genaue Ergründen unserer Sehnsüchte und dem Streben nach Glück, Arbeit an und für sich darstellt.

Byron Katie, mag für viele ein Begriff sein. Ihr Weg zu einem befreiten Leben: „The Work“ setzt sich mit den wesentlichen Fragen im Leben auseinander. Ich kenne ihre Vorgangsweise zu wenig, um darüber zu schreiben, aber es mag wohl ein Werkzeug sein, um an der Basis zu „arbeiten“. Wenn ich bei der Feststellung bleibe, dass ich nicht im Außen Antworten finden kann, dann gibt es vielleicht etwas, dass ganz einfach da ist, und ich übersehe die Möglichkeit im Sein? Eine Frage, die es sich lohnt gestellt zu werden, da sie für mich einen anderen Zugang schafft.

Rene Egli, Betriebswirt und Ökonom, vertritt in seinem Prinzip die Ansicht, dass unser Denken unsere Welt bestimmt. Alles liegt einem Naturgesetz zugrunde. Energie. Wir schaffen unsere Realität durch unser Denken. Das wiederum ermöglicht Handeln. Und Handeln zielt immer auf etwas Bestimmtes. Ein für mich sehr logische und spannende Gegenüberstellung. Aber liegt hier nicht auch die Gefahr, dass die Eigenmacht des Handelns den Druck des Erfolges erhöht und kein Scheitern mehr zulässt?

Die Tatsache, dass sowohl der Fragestellung als auch der bewussten Denkweise,  persönliche Einflussnahme zugrunde liegt, lässt hoffen, dass diese Vorgehensweisen auch mit Wahlfreiheit ausgestattet sind.

In unserer sehr dualistisch konditionierten Denkweise, entsteht durch die Trennung von: ich will, aber……ich kann, aber……ich soll, aber………..ich muss, aber……immer ein Konflikt zwischen Verstand und Herz, zwischen Hier und Jetzt.  Der Verstand denkt und lenkt. Aber er hat keine Wahlfreiheit. Das Herz hingegen kennt diese Trennung nicht. Es kategorisiert nicht, es urteilt nicht. Das Herz hat keine Urteilskraft, es strebt nach Einheit und es fühlt. Denken zu können was wir von Herzen wollen. Darin, so glaube ich,  sind wir uns Menschen alle gar nicht einmal mehr so fremd.

Vielleicht leben wir manchmal alle zu sehr im Außen. Vielleicht auch nicht. Aus kunsttherapeutischer Sicht, kann ich immer wieder feststellen, wie bedeutend es ist, auch introspektiv, das Leben zu betrachten.

Aktiv-fragend-denkend!

Ein Mann kam zu Buddha und sagte:                                                                                   „Ich möchte glücklich sein.“                                                                                                    Buddha sagte:“ Streiche das ,Ich‘, es steht für unser Ego                                                      und hindert uns am Glück.                                                                                                      Dann streiche das ,möchte‘, es steht für unser Begehren,                                                 auch das hindert uns am Glück.                                                                                               Übrig bleibt:, glücklich sein‘              

soviel zum Thema: einfach Glück

 

Wie Farben wirken….

….Orange: eine Farbe , die keiner mag?

Würde ich in meiner Farbenreihe der Beliebtheitsskala der Farben folgen, wären Schwarz, Gelb oder Rosa vorrangig die Farben, die als nächste gereiht sind. Ich möchte aber diesmal einer anderen Farbe auf den Grund gehen. Orange. In der Befragung von Eva Heller (Wie Farben wirken, 1989) nimmt sie den letzten Platz ein. Warum stößt gerade Orange auf so viel Ablehnung? Blicken wir einmal kurz auf die Geschichte der Farbe.

Orange ist und wird abgeleitet von ihrer Frucht, die von Indien über Arabien den Weg nach Spanien (naranja)  fand. Die Franzosen verwandelten dann das „ar“ in „or“, was auch so viel wie Gold bedeutet. Eine wertvolle Frucht, die mit der Sonne verglichen wurde.So auch die Mandarine, die ihren Ursprung in China hat, und von den portugiesischen Beamten mit dem Titel der chinesischen Minister benannt wurde. Für Europäer war orange etwas Exotisches. Hier wurden reine Farben bevorzugt, und diese galten als vornehm. Nach den genauen Regeln der Heraldik, wurde orange Mischfarbe als unesthätisch empfunden und war nicht erlaubt.

Der lange Weg der exotischen Farbe hin bis zu einer billigen Künstlichkeit. Wer in den 70igern aufgewachsen ist, weiß, dass sich Plastik und orange fast in einem Atemzug nennen lassen. Angefangen von Eierbechern aus Plastik bis hin zu orangen Klobrillen und Küchen. Der Sinn der Utilität. Alles war praktisch und orange höchst werbewirksam. Das Aus der orangen Haushaltswelle gründete, wahrscheinlich auch auf dem Wunsch, dass sich die Mehrheit  nach anderen Farben sehnte, tatsächlich aber, in der Feststellung, dass sich hochgiftige Stoffe in gelbem und orangefarbenem Plastik befanden.

Orange verkörpert auch das Extrovertierte, sowie Kraft, Wärme, das Lustige und die Geselligkeit. Fast ein Paradoxon möchte man meinen. Warum ist sie trotzdem so unbeliebt? Wenn man weiters bedenkt, dass der warme Ton für ein angenehmes Raumklima sorgt, erhellt und erfrischt. Orange steht im Allgemeinen für Energie und für Feuer. In China, wo Gelb die Farbe der Vollkommenheit symbolisiert, und Rot die Farbe des Glücks ist, erhält Orange den Status der Mitte, und ist somit die Farbe des Wandels. So auch vertreten in der Lebensphilosophie des Konfuzianismus. Buddha, der zur gleichen Zeit lebte, verdeutlichte im Orange die höchste Stufe der menschlichen Vollkommenheit.

Orange findet demzufolge bei uns nicht diesen religiösen Hintergrund, und hat somit auch nicht diese Verbindung aus dem Feuer und der Hinwendung zum Licht. In der dualistischen Sichtweise des Christentums, steht meistens das Eine dem Anderen gegenüber.

Die Farbe schaffte es aber auch bis in ein Königshaus. Die Oranier, ein Adelsgeschlecht, das bis ins 18Jhdt. in einem unabhängigen Fürstentum regierte, und deren Farbe bis heute als Nationalfarbe der Niederlande gilt. Immerhin blieb die Farbe auch der holländischen Nationalmannschaft, die als Oranje sofort erkannt werden.                      Auch die Architektur des 18Jhdt. fand mit den Orangerien, die zur Überwinterung der äußerst beliebten „Pomeranzenbäume“ Raum boten, große Beliebtheit. Orangenbäume, entlehnt aus dem Mythos des Herkules, waren Inbegriff fürstlicher Tugend. Und somit auch Orte der Geselligkeit und der höfischen Representanz. Ludwig der XIV. bevorzugte es, diese auch  in seinen eigenen Gemächern zu platzieren.

Orange als Farbe der Sicherheit. Schutz durch Auffälligkeit? Ja, aber etwas das auffällt, erhöht die Achtsamkeit, und das wiederum sorgt für Schutz. Hier gilt es zu aller erst zu warnen, und zu wirken. Eine gelungene Doppelfunktion. So auch in der Ampelfunktion, oder in vielen Warnhinweisen im Transport oder allgemein bei Produkten. Auch in der Verkehrssicherheit hat orange einen wichtige Trägerfunktion. So auch bei der städtischen Müllabfuhr.

Wie aber steht es um das kreative Orange? Hier hat es auch den Weg in die Telekommunikation werbewirksam geschafft. Wenn sich aber Werbung in einer Form des Marketing und Aufzeigens erschöpft hat, und Orange zu einer praktischen und sicheren Farbe im Alltag  zu verkommen scheint, dann braucht es vielleicht einen neuen Blick auf die Farbe. Orange, das so wenig begehrt ist, und doch so eine tragende Geschichte hat. Ungeachtet dessen, jeder hat sein Farbempfinden, und das ist auch gut so.Für mich ist sie eine schöne Farbe, die sich aus zwei Farben entfaltet und die Kraft der Mitte spürbar macht. Ob beliebt oder nicht, das trifft bei jedem auf ein eigens Urteil und ist Teil seiner eigenen Assoziationen.

Imagination zu Gelb

Soviel zum Thema der unbeliebtesten Farbe: Orange

HELLER; Eva,( 1989)

 

 

 

 

 

Schreib-Mal wieder…..

Kurzmitteilung

……die Pforten der SCHREIBmalstatt sind geöffnet!!!

Die Sinnlichkeit und Lust am Schreiben wieder entdecken.                                                Ihr könnt in gemütlicher und entspannter Atmosphäre in die spielerische Form der Wortmalerei eintauchen. Wir bedienen uns verschiedener Schreibtechniken und Dichtformen. Im Fluss des Schreibens wird ein Prozess in Gang gesetzt, der mit der Freude am Tun, neue Energie freisetzt. Und wer Lust hat, kann auch mal zur Farbe greifen!

K.RaumI (2)Jeweils Freitag: 27.02./ 7.03./ 14.03./ 21.03./ 28.03.                 von 18.00-20.00h                                                                       Kosten: € 15,- / Abend                                                          Die Abende können einzeln oder im Block gebucht werden  (€ 65,-). Material ist inkludiert!  Bitte Voranmeldung bis 2 Tage vorher.

Anmeldung unter:

Barbara Steiner
Kunst-und Poesietherapie
Lerchenfelderstr.65/16
1070 Wien                                                                                                                       mobil: 0650/3051092

Hier noch ein kleiner Limerick….

Es liegt bekanntlich in der Kürze,                                                                                           Intensität- genannt auch Würze.                                                                                            da ist ein Wort, da ist ein Stift                                                                                              und was die Tastatur betrifft-                                                                                                 ich mich in Kürze,auf ein Papier gleich stürze!                                                                                                        

Malen als Anspruch?

Kurzmitteilung

„Ich kann nicht malen!“

„Ich bin absolut untalentiert“, „Ich werde das nur ruinieren !“ Ich bin diesen Fragen nachgegangen, da es für so viele Menschen eine Hürde darstellt, Farbe auf ein Papier oder eine Leinwand zu bringen. Worin begründet diese Zurückhaltung ? Diese Aussagen schicken entweder einen hohen Anspruch voraus, oder eine Erfahrung im Malen und Gestalten, die einer Beurteilung ausgesetzt war. Meistens begegnen wir solchen Bewertungen in der Schule.

Malen ist ein schöpferischer Akt, dem ein wertfreier Raum gebührt. Ich bestimme das Tempo, die Bewegung und die Komposition, unabhängig davon, ob es für mich ein Thema gibt. In der Hinwendung und Gestaltung liegt eine ganz besondere Kraft und Entfaltung. Und das für Jeden. Wenn Kreativität als Grundprinzip im Leben gilt, und davon bin ich überzeugt, dann stellt sie auch eine bestimmte Form von Energie dar. Wenn wir uns dieser schöpferischen Kraft öffnen, dann setzen wir auch Energie frei. In der Weise, in der wir uns unseren kreativen Seiten zuwenden, begegnen wir uns tief im Vertrauen in unser Selbst.

.„Es gibt eine Vitalität, eine Lebenskraft, eine Energie, die nur durch unser Handeln umgesetzt werden kann. Und weil es dich in der Gegenwart nur einmal gibt, ist auch dein Tun einmalig. Wen du es blockierst, wird es durch kein anderes Medium zum Ausdruck kommen. Es wird verloren gehen“ (Martha Graham).

Soviel zum Thema: “ Ich kann nicht malen!“