Jeder Tag…

Jeder Tag, ein Abschied, oder die wiedergewonnene Erkenntnis  bedingungsloser Liebe!

Das klingt gerade so, als würde ich etwas erfahren haben, das es so nicht gibt, oder gerade eben, es genau deswegen gibt, weil Beides sich nicht ausschließt. Einatmen, Ausatmen. Dann möchte ich einmal einen Blick darauf werfen.

Ich habe meine Mutter eine Woche vor ihrem Tod gesehen, und mit ihr einige Stunden verbracht, nicht wissend, dass es das letzte Mal war. Aber rückwirkend betrachtet, war es eine sehr bewusst gelebte, intensive Zeit, die das beinhaltet hatte, worin auch für mich diese Begegnung in der Weise stattgefunden hat,  wie sie beinahe immer war. Nämlich, dass wir uns annehmen konnten, wie wir sind. In all unserer Unvollkommenheit, in all unseren Stärken und Schwächen. Es beruhte auf Gegenseitigkeit. Wir wussten voneinander. Und übten uns darin, auch zu akzeptieren. Unsere Gespräche hatten nicht mehr die gleiche Intensität wie früher, aber sie waren ehrlich, und so gemeint, wie sie waren. Wir hatten Blickkontakt und Berührung. Wir waren uns nahe.  Nach so vielen Jahren, und nach so vielen Ungereimtheiten, die es auch immer wieder gab.

An Dich, liebe Mama!

Wie sehr bewundere ich immer noch deine Bereitschaft, etwas an zu nehmen, wo ich wusste, dass du dir das so anders gewünscht hättest. Aber du hast immer das Wollen und Streben deiner Kinder und deiner Mitmenschen rund um dich akzeptiert. Weil du immer der Mensch warst, mit der Überzeugung, dass Menschen aus ihrer Liebe, Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit und Überzeugung heraus handeln, und für sich selbst am besten wissen, und dass am besten können, was sie können, warst du immer im Einklng mit dir und der Natur.  Selbst zu sein, das war immer dein Credo. Und nicht aus lauter Selbstsucht, dem zu verfallen, dass es den Beifall auch von außen braucht.  Das war dir zuwider, und du hattest es auch nicht nötig. Du hattest wenig . Wenig Mitteln, um ein Leben sorglos zu führen. Aber du hattest immer die Mitteln, um weiter zu gehen, um Sorgen los zu werden, und darin zu wachsen. Damit konntest du nach vorne blicken, und weiter gehen.  Und das wolltest du immer.

Du bist jene Frau, von der ich lernen konnte, dass nicht Herkunft zählt, um etwas zu erreichen, sondern , ein Wille, der gestärkt ist von dem Glauben, dass, wenn man das erreichen will, wofür man die Kraft hat, dann kann man über alle Grenzen hinweg das schaffen, wofür es gilt zu leben.  Das hast du mit deinem Leben bewiesen. Deine unabänderliche Kraft, dein Humor und dein Lebenswille. So erlebt mit dir. Danke! Wunderbare Frau und Mutter!

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