„Zeit essen Seele auf“

Jene besinnliche Zeit, die so viel verspricht und oft so wenig bereit hält. Wo Zeit zur Mangelware wird und die Bereitschaft diese zu geben, eine oft unüberwindbare Hürde darstellt. „Zeit essen Seele auf“, möchte ich anlehnen an den Titel von Rainer Werner Fassbinder (Angst essen Seele auf), und ich bin  überzeugt davon, dass, Zeit, an und für sich, einer neuen Definition bedarf.

Ich wünsche mir:                                                                                                                Zeit, die nicht immer zweckgebunden ist                                                                           Zeit, die an etwas in uns erinnert, das wieder geweckt werden will                                   Zeit, die uns erlaubt, Dinge zu tun, die kein Ergebnis brauchen                                            Zeit, die unsere Seele braucht, um an all dem zu wachsen.

Darum möchte ich  allen diese wundervollen Zeilen von Joseph Beuys widmen, und hoffen, dass wir unserem Leben diese Zeit gönnen. Denn, wer sonst als wir, haben die Befugnis dazu?

Lass dich fallen,

lerne Schlangen beobachten, pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein,
mache kleine Zeichen, die „Ja“ sagen und
verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch du kannst
mit deiner Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere „verantwortlich zu sein“,
tue es aus Liebe.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge,
bade im Mondlicht.
Träume wilde phantasievolle Träume,
zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert,
kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu.
Spiele mit allem, unterhalte das Kind in dir,
du bist unschuldig, baue eine Burg aus Decken,
werde nass, umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe“(J. Beuys).

Im Sinne der Zeit, wünsche ich allen: Besonnenheit, erstaunt sein, Fantasie, Träumerei, Konstruktives, Spontaneität und vorallem, Freude am Sein. Freude am Tun.

So viel zum Thema: „Zeit essen Seele auf“.

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