Handwerk

Die heilsame Kraft der Maschen

Was unsere Großmütter noch nicht wussten, ist heute wissenschaftlich erwiesen: Stricken ist gesund für Körper und Geist. Die lange Zeit als altbacken abgestempelte Handarbeit hat eine Reihe positiver Effekte: Stricken senkt den Blutdruck, baut Stress ab, stärkt Selbstvertrauen, Kreativität und logisches Denken…..(MDR Wissensmagazin, 15.10.14)

Unsere Großmütter haben dieses Wissen intuitiv angewendet, weil sie darüber nicht nachzudenken brauchten und wissenschaftlich erwiesene Studien nichts dabei verändern hätten können . Das Ergebnis sprach für sich, und es war gut so. Und das war Wissen genug. Vielleicht ist es auch heute Wissen genug?

Stricken ist nicht nur Balsam für die Seele: Es ist auch Training fürs Gehirn, da beide Hirnhälften beansprucht werden. Neben manueller Koordinationsfähigkeit sind die Talente eines Managers gefordert: gestalterische Ideen und schnelle Problemlösungen.

Schon beim Befolgen von unter Laien und Anfängern als unlesbar geltenden Strickanleitungen kommt es auf Vorstellungskraft und Logik an: „1 Randm., 3 M. re., * 3 M. auf einer Hilfsnadel vor die Arbeit legen, 3 M. re., die M. der Hilfsnadel re., ab * fortlf. wiederholen. Die Reihe endet mit 3 M. re., 1 Randm.“ Wem geht da sofort ein Licht auf? Ein kleiner Tipp: M steht für „Masche“. (MDR Wissensmagazin, 15.10.14)

Abschalten, und dennoch Gehirnaktivität leisten? Auch hier gibt es gravierende Unterschiede. Wiederhole ich eine Technik und folge dem Rhythmus bis ans Ende des Werks, dann kann es beruhigend wirken. Folge ich einer Strickanleitung, dann bin ich meinem logischen Denken gefordert. Oder Beides?

Stricken auf Rezept

In den USA empfehlen Ärzte inzwischen schwerkranken Patienten die Arbeit mit der Nadel, bevor sie Antidepressiva verordnen. Das New Yorker Cabrini Medical Center rät Patienten, die beschwerliche Behandlungen durchstehen müssen, zur Handarbeit.
Stricken gehöre neben Nähen und Malen zu den Tätigkeiten, bei denen sich Patienten trotz ihrer Schmerzen „wieder als Menschen fühlen“ könnten, glaubt die Krankenschwester Helen Carrier. Wer das erste selbst gefertigte Stück in den Händen hält, wird vom Belohnungszentrum im Gehirn mit Glückshormonen überschwemmt. (MDR Wissensmagazin, 15.10.14)

Dass Maschen jedenfalls mehr können als ihrem Ruf vorausgeht, das ist wissenschaftlich erwiesen…..

Nur eine „coole“ Masche?

Strick-Fans sehen sich dennoch mit Spott konfrontiert: Nur eine Modeerscheinung sei es, die es gelangweilten Großstädtern erlaube, sich abzuheben, „cool“ zu sein. Vielleicht spielt Eitelkeit tatsächlich eine Rolle. Doch zumindest einmal sollten Zweifler eine selber gestrickte Mütze in den Händen halten, um wirklich mitreden zu können.

Dass Stricken nicht nur heilende Wirkung hat, dafür scheint ein anhaltender Boom zu sprechen, aber viel wichtiger erscheint mir, an die wirklichen intuitiv, und wissenschaftlich belegte Kraft der heilsamen Maschen zu erinnern.

Im Übrigen: bin ich für ein mehr an Maschen, heterogen!
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