Silber und Gold

Farben im Duell? oder doch in Allianz?

Zwei Farben, die weniger gefallen, aber dafür in der Werteskala ganz oben stehen. Der goldene Pokal, gleichsam dem heiligen Gral, zu einer idealisierten Form bis ins Religiöse gesteigert. Leistung gepaart mit Disziplin, Show, Euphorie und vor allem Anhängerschaft. Wie wir gerade auch aus der letzten Weltmeisterschaft in Brasilien miterleben konnten (für die, die wollten). Silber, der oder die, ewige Zweite, der Trost und die Anerkennung. Immerhin. Und darum widme ich mich zuerst dem Silber; Der Zurückhaltung und der Höflichkeit. Wobei hier das Sprichwort alles auf den Kopf stellt. „Reden ist silber……..“

alles ganz objektiv…???

SILBER-mehr als eine Farbe?                                                                                           Aus der Sage der antiken Götterwelt geht hervor, dass der Riese Argus mit den tausend Augen (lat.:argentum; griechisch: argyros), die wertvolle Aufgabe hatte, alles wahr zu nehmen, dank seiner Allgegenwärtigkeit. Wahrscheinlich auch unter Argusaugen, und  mit französischer Hilfe, gewannen die Südamerikaner die Unabhängigkeit und mit „argent“  ( franz.:Silber) bekam Argentinien seinen Namen.

Silber gibt es nahezu überall auf der Welt. Die ertragreichsten Silberminen wurden im Jahre 1545 durch einen entwurzelten Baum in Bolivien entdeckt. Noch immer gibt es sehr große Vorkommen in Südamerika, Nevada und Kanada. Silber, in vermischter Form mit Zink, Nickel, Zinn, Blei und  Kupfer kann auch immer ein Nebenprodukt aus Gold sein, nie aber umgekehrt! Durch die weitaus häufigere Gewinnung des Silbers, wird es auch in praktischer Anwendung öfter verwendet als das Gold. Ob in der fotochemischen Industrie  bei Schmuck, oder durch die hohe Reflexionskraft des Lichtes, in der Herstellung von Spiegeln, ist Silber immer gefragt. Weniger in der Verwendung zu praktischem Tafelgeschirr und bei Gefäßen im Alltag, da aus heutiger Sicht die keimtötende Wirkung des Silbers nicht mehr im Vordergrund steht.

Silber und Geld. Wenn ein Kind in England mit einem „Silberlöffel im Mund“ geboren wurde, dann, war es garantiert ein Kind reicher Eltern. Silber und das schnöde Geld. Lange Zeit gab es Silbermünzen als Zahlungsmittel, und wer einen Silberblick hatte, der schielte eigentlich nach Geld. Silber galt aber auch als die Farbe der Zurückhaltung und der stillen Klugheit. Schon sehr früh forschten und fanden Alchemisten in einer Silber-Öl Mixtur Heilversprechendes gegen geistige Erkrankungen.

Silber hat kühlende Wirkung und ist eine Farbe der Distanz, des Hellen und Klaren. In Verbindung mit Design erhält  Silber oftmals einen dynamisch, sportlichen und funktionellen Wert. Sie verkörpert Modernität und schlichte Eleganz, so auch in der Mode. Im äußeren Erscheinungsbild wenig beliebt, da es mit dem Altern einhergeht, und dennoch dem Grau einen Euphemismus verleiht (Silberbart, Silberlocke)

GOLD-mehr als eine Farbe?                                                                                                Schon im alten Ägypten gab es Goldbergwerke, und von den spanischen Eroberern gab es eine Geschichte über einen südamerikanischen Stamm, dessen Häuptling regelmäßig in Gold gebadet haben sollte. „El Dorado“, meist gesucht, und nie gefunden. In MItteleuropa gab es zwischen dem 12. und dem 15.Jhdt. Goldvorkommen in Böhmen und am Rhein. (die Sagen vom Rheingold)

Gold wird auf verschiedenste Art und Weise gewonnen. Ob als Nuggets, Waschgold oder aus der Erzgewinnung. Vielerorts sind die Vorkommnisse erschöpft. Neue Technologien ermöglichen auch immer wieder neue Abbauvorgänge. Für die größten Goldreserven, die im Meerwasser vorkommen, konnte aber noch keine rentable Gewinnung gefunden werden. In der Schmuckverarbeitung wird Gold mit Legierungen beständiger und härter. Die Maßeinheit Karat entspricht 4,167% Goldanteil.

Gier und Macht.  Es gibt wenige Geschichten antiker Könige und Herrscher, die nicht mit Gold, Gier und Macht in Verbindung standen. Laut Sage, besaßen die Kolchier an der Südostküste des Schwarzen Meeres goldhaltige Strände. So legten sie Schaffelle aus und an den Zotteln des Felles blieb das Gold hängen. Das bekamen die griechischen Argonauten spitz und raubten das goldene Vlies eines Widders.  König Krösus (595-546 a.D.) der durch die Goldvorkommen im Königreich Lydien zu großem Reichtum gelangte, ist bis heute sprichwörtlich.

Gold und die Talente. Wer „Gold in der Kehle hat“, der schaffte es womöglich zur goldenen Schallplatte, wer „Gold in der Kniekehle hat“, der verdient heute Millionen im Fussball, lediglich, beim „goldenen Händchen“, lässt sich nicht so schnell eine goldene Nase verdienen. Zumindest nicht im Handwerk! „Morgenstund hat Gold im Mund“, zählt wohl zu der Kategorie:“ Ohne Fleiß kein Preis!“

Handwerk

Gold mit einem Farbattribut verstärkt, erhöht den Wert des Stoffes. „Weißes Gold“ für Porzellan oder Alabaster, „schwarzes Gold“ für Erdöl, und „braunes Gold“ für Kaffee, alles Güter, die durch den florierenden Handel an Bedeutung gewannen..

Das „Goldene Kalb“ als biblisches Symbol für die Verblendung und den falschen Glauben. So ist Gold mit Negativbesetzung auch die Farbe des Stolzes und der Überhöhung des eigenen Wertes über alle andere. Dicht gefolgt von der Eitelkeit und dem Egoismus. Überhaupt ist es nicht einfach dem Gold und dem Silber wertfrei zu begegnen. Keinen der Farben wird soviel „Gewicht“ beigemessen, und vielleicht auch deswegen, liegt in ihrem Glanz auch eine Würde und Schönheit, die sich vielleicht noch am ehesten mit dem Gold der Sonne und dem Silber des Mondes beschreiben lässt. Als sei das gesamte Universum in diesen Farben enthalten. Im Duell, zwischen Tag und Nacht, und mit der Allianz eines einander bedingenden Wandels von Tag und Nacht.

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