Gelb…..

……….eine Farbe voll Sommer, Optimismus,                                                                    und eine Farbe mit großer Ambivalenz. So sehr sie für die Kraft der Sonne und des Goldes steht, so wird ihr auch die Eigenschaft des Neides, des Geizes und der Eifersucht zugeschrieben.

Helios, Apoll und Sol-alles Götter, denen die Farbe Gelb geweiht war. Dort, wo gelbe Blumen blühen, verrät uns die Sage, liegt auch Gold vergraben. Bei den Minnesängern galt Gelb als die Farbe der Reife im Zyklus der Natur, und somit zur Farbe der sinnlichen Liebe. Aber wie immer, gibt es eine Kehrseite, und da wo die Liebe, da scheint auch die Eifersucht zuhause zu sein. Auch die Verlogenheit, ein nicht entschuldbarer (geächteter?) Charakterzug, wird mit Gelb assoziiert.

Gelb trägt auch den Wesenszug der Unsicherheit, da sie dem weiß ähnlich, sehr schnell durch andere Farben beeinflusst und verunreinigt werden kann. Im sprachlichen Gebrauch verwenden die Franzosen das Gelb für ein gezwungenes Lachen (rire jaune), das übersetzt, so viel wie „gelbes Lachen“ bedeutet. Im Russischen wird der Begriff (zeltyi dom) „gelbes Haus“ für ein Irrenhaus verwendet. Gelb verkörpert den Geschmack des Sauren, des Bitteren, und in Verbindung mit Grün, das Giftige! „Gift und Galle spucken…..!“

Durch ihre optimale Fernwirkung auf Schwarz, wird sie auch für Warnschilder und Markierungen eingesetzt. Im Flaggenalphabet steht das Gelb für „Q“, die Quarantäne. Wenn auf einem Schiff die gelbe Flagge gehiesst wird, dann bedeutet das den Ausbruch einer Seuche, und somit: keiner geht, und keiner kommt an Bord! Skandalös erscheint das Gelb auch in der „yellow Press“ (gelb: engl.: yell; gellen und kreischen), das Skandalblatt schlechthin! Die Tour de France wird in einem gelben Trikot angeführt. Wird dir eine gelbe Karte gezeigt, dann ist dein Platz am Fussball Rasen nicht mehr ganz so sicher!

Die wohl berühmteste und kostbarste Farbpflanze ist der Safran, eine Krokusart. Für 1kg dieses Farbstoffes werden 100-200 000 Blüten gebraucht. Aber Safran wurde nicht nur zum Färben verwendet, er galt auch allgemeinhin als Heilmittel, und das schon seit Homer und Hippokrates. Seine beste Wirkung erzielt er vielleicht heute noch in seiner Würze. Dieser Vielseitigkeit hat er auch den Namen:“ König der Pflanzen“ zu verdanken. Daher verwendete man zum Färben auch eher  „Saflor“, eine Distelart, die billiger in der Gewinnung, aber nicht lichtbeständig war, wie auch das Gilbkraut, welches vorallem auch als Grundlage zur Grünfärbung diente.

Eine Kleiderverordnung vom Jahre 1445 a. D. schrieb Prostituierten in Hamburg das Tragen eines gelben Kopftuches vor. Übte man hingegen das älteste Gewerbe in Meran aus, dann sahen die Frauen sich gezwungen, Schuhe mit gelben Bändern zu tragen. Wer verschuldet war, musste sich gelbe Scheiben auf seine Kleidung nähen. Und wer geächtet war, befand sich meist hinter einer gelben Tür!

Den Juden wurde bereits im 12.Jhdt. die Farbe gelb zugeschrieben, und diente auch hier der Ab-und Ausgrenzung, da in der Liturgie Gelb verboten war, und somit ihre Anhänger diskreminieren sollte. Auch der Davidstern zählt zu dieser Stigmatisierung.

Praktisch betrachtet galt das Gelb früher als Inbegriff schlechten Ansehens und somit auch des schlechten Aussehens. Es hat sich bis heute in der Mode nicht wirklich durchgesetzt, meist nur in der festlichen Abendrobe.

Einen ganz anderen Stellenwert hat das Gelb in Asien. Hier rangiert es ganz oben; die Farbe der höchsten Kultur. In China ist sie seit jeher die Hoheitsfarbe des Kaisers ( „der gelbe Kaiser“). Abgeleitet wird diese Wertschätzung oftmals auch aus dem Namen des „Huang Ho-der Gelbe Fluss“, der sehr fruchtbar war. In der asiatischen Kultur-und Philosophiegeschichte, die sich auch aus den sich ergänzenden Gegesätzen von Yin und Yang definiert, steht Yin (schwarz) für das weibliche und Yang (gelb) für das männliche Prinzip. Im Gegensatz zu unserem europäischen Denken. Auch die Zahlensymbolik weicht ab von unserer Vorstellung der vier Himmelsrichtungen, da in China eine fünfte dazu kommt, die Mitte, und die ist gelb. Das politische Gelb beschränkt sich auch weitgehend auf den asiatischen Raum, und wurde auch seit Ende des 19.Jhdt. öfter mit dem Schlagwort „gelbe Gefahr“ in Verbindung gebracht.

Das kreative Gelb kommt hauptsächlich in der Werbung vor. In einer 2003 durchgeführten Umfrage, bestätigten 99% von beinahe 1000 befragten Personen, „das Postgelb“ mit der RAL Nummer 1021, als das Markenzeichen für das Unternehmen, welches ursprünglich aus dem Gelb des Wappens der Familie Thurn uns Taxis( europäische Gründer des Postwesens)  stammt.                                                                 ………..„das Auge wird erfreut, das Herz ausgedehnt, das Gemüt erheitert, eine unmittelbare Wärme scheint uns anzuwehen……..“ vermerkte schon J.W. von Goethe in seiner Farbenlehre. Und kein anderer, als der Maler Vincent van Gogh, hat Gelb zu seiner absoluten Lieblingsfarbe erkoren! Aber schon viel früher wurde Gelb in der Malerei vielfältig eingesetzt. Im 13.Jhdt. stellte Giotto di Bondone in  „Der Judaskuss“ den Verräter in einem gelben Mantel dar.

banane

Soviel zum Thema: Gelb…..eine Farbe voll Sommer, Optimismus und eine, mit großer Ambivalenz!

 

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