Die physikalische Kreativität

oder: Das Tao der Physik

Eine  unmögliche Vorstellung: „Physik, Kreativität und  Intuition?“                                           Eine  naturwissenschaftliche Sicht, gekoppelt mit philosophischer oder gar mystischer und kreativer Denkweise? Ist das denn möglich? Eine spannende Frage?

 Fritjof Capra und andere Physiker des 20.Jhdt.(Werner Heisenberg zBsp.) , waren überzeugt davon, dass die fruchtbarsten Entwicklungen dort entstehen, wo unterschiedliche Entwicklungen des Denkens zusammenfinden. Eine Auseinandersetzung mit der Physik über die Jahrhunderte hinweg, würde den Rahmen sprengen, aber was hier für mich wesentlich erscheint, ist ein Blick auf die Geschichte, in der Naturwissenschaft, Philosophie, Religion und Kultur noch nicht voneinander getrennt waren und es primär um die Ergründung der Urbeschaffenheit der Dinge ging.

Hier gab es immer wieder ganz unterschiedliche Strömungen. Hier zBsp. möchte ich Heraklit von Ephesos erwähnen, der in seiner Auffassung des ständigen Wandelns und Fließens „panta rhei“, der  indischen und chinesischen Philosophie des  Denkes am Nächsten stand. Das all durchdringende und zyklische Zusammenspiel, nannte er Logos. Dieser Ansatz einheitlichen Denkens, begann sich aber mit dem Dualismus der „Eleaten“ zu spalten, die der Ansicht waren, dass es eine Trennung von Geist und Materie gibt. Hierfür bekannt wurde Parmenides, der das Sein als unveränderliche und einzigartige Konstante sah, und so auch propagierte. Dieser Dualismus hat fortan auch die westliche Denkweise stark beeinflußt. Aus diesen beiden Haltungen des unwandelbaren Seins und der, des ewigen Werdens, entwickelte sich die Erkenntnis des Atoms, einer manifesten Materie, als Grundbaustein aller Entwicklungen. In diesem „Zwiespalt“ um die Sicht einer Weltordnung, die über einen sehr langen Zeitraum über das aristotelische Weltbild geprägt wird, unterstützt durch die entmaterialisierte Weltsicht der Kirche, entwickelt sich eine ganz andere Sicht auf die materielle Sicht der Welt. Wenn ich zurückblicke und meinen letzten Beitrag über den Tanz des Rades hier in Betracht ziehe, so möchte ich daran erinnern , dass es auch hier um zyklische und einander bedingende Modi ging, und nie nur einer linearen Entwicklung entsprach. Ja, wie verhält es sich dann mit dem Wissen Um und mit dem Sein Für? Ist es etwas, dass uns alle betrifft, oder nur wenige, die glauben darum zu wissen? Ist nicht gerade  der Glaube ein Paradoxon des Wissens? oder bedingen sie letztendlich einander? Mein Lieblingszitat dazu ist: Wissen ist Macht, ich weiß Nichts, macht nichts!“ (dabei weiß ich jetzt nicht, ob es von Platon oder Aristoteles stammt?)

„Wahrscheinlich darf man ganz allgemein sagen, dass sich in der Geschichte des menschlichen Denkens oft die fruchtbarsten Entwicklungen dort ergeben haben, wo zwei verschiedene Arten des Denkens sich getroffen haben. Diese veschiedenen Arten des Denkens mögen ihre Wurzeln in verschiedenen Gebieten der menschlichen Kultur haben oder in verschiedenen Zeiten, in verschiedenen kulturellen Umgebungen oder verschiedenen religiösen Traditionen. Wenn sie sich nur wirklich treffen, dh., wenn sie wenigstens so weit zueinander in Beziehung treten, dass eine echte Wechselwirkung stattfindet, dann kann man darauf hoffen,dass neue und interessante Entwicklungen folgen.“( Werner Heisenberg)

Dass, das Denken, seit jeher eine Vormachtstellung inne hat, lässt sich in der Geschichte genauso gut verfolgen, wie im Jetzt. Empfindungen, Intuition, Emotionen, das findet in unserer rational-denkenden Weltsicht, wenig an Beachtung.

Kein Naturwissenschaftler ist angewiesen auf die Praktiken eines Zen Meisters oder Taoisten, und ebensolche brauchen sich nicht mit der Physik auseinandersetzen. Dennoch scheint es auch hier eine große Anziehung zu geben, da jegliche Daseinsform Energie ist, und Alles mit allem verbunden scheint. Die Forschung des 20 Jhdt. brachte  viele neue Erkenntnisse an den Tag. Die subatomaren Teilchen, die in einer permanenten Wechselbeziehung zueinander stehen, und sich fast wie in einem kosmischen Tanz von Energie bewegen und vergehen.                                                                                             So auch dargestellt durch den Tanz des Gottes Shiva, im ständigen Wechsel zwischen Tod und Geburt.

Tatsächlich befindet sich unser Leben in einem immerwährenden Strom zwischen Tod und Geburt. Der Blick auf das Wesentliche, der bleibt uns manchmal verwehrt. Und hier beginnt das Tao zu wirken. Ein Credo auf das  „Wissen Um“, und das  „Sein Für“.

Warum auch immer. Eine Frage, die sich jeder selbst stellt;

und: *immer wieder einmal gestellt werden sollte!*

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