Wenn’s

an Lichtmess stürmt und schneit, dann ist der Frühling nicht mehr weit! Wenn’s aber dann im November noch recht mild, dann ergibt das ein ganz falsches Bild.

Aber die Natur, ja die langweilt sich nur, weil sie ja tagtäglich neu und anders misst. Gemäß der ihren Spur. Sie spurt halt schlecht, weil sie hat halt ihre Launen. Staunen. Von allen Seiten. Das sind ja plötzlich neue Zeiten. Auf rein gar nichts kann man sich mehr verlassen. Ja, man kann das Leben an sich hassen. und dann gibt es, gottlob, Schuldige an der Misere. Endlich kann man dann die Not abwenden, neue Worte fassen, und die Leute im Glauben lassen, sie wollen das beenden. So unerträglich. So unsäglich, denn es ist noch so viel zu leisten. Leistung zählt. Sie wird belohnt.

Nur vergisst man fast tagtäglich, dass der Leistungsauftrag ganz woanders wohnt. Es wird geerntet dort ganz viel. Aber dahinter steckt ganz viel Kalkül. Kalkül, dass nicht mit der Natur korrespondiert. Die hingegen, ungeniert, die Antwort darauf wird finden. Eine Natur lässt sich nicht binden. Aber Bündnisse können, vielleicht auch, überwinden. Können vielleicht auch lindern. Zu verhindern. Das gesteht sie uns vielleicht noch ein. Wir sollten generell viel höflicher sein. Mutter Erde zu betreten. Niemand hat uns je gebeten, hier zu sein. Wir waren plötzlich da, wir sind es noch. Wir schaffen es scheinbar nicht, das zu erkennen. Ausbeutung. Das heißt, treten mit den Füßen. Und es fußt auch auf dem Müssen.

Es sind ganz viele Investoren, die sich in die fruchtbare Erde graben, mit ihren Sporen. Von innen her das Land zersetzen, Lebensräume vernichten, Hektarweise Schaden anrichten, Menschenrechte verletzen. Wann können wir endlich Grenzen setzen? Jeder Baum wächst Ring um Ring, und das jährlich. Strebt höher, fast begehrlich, aber irgendwann steht er dann still, weil er mit seiner Größe dann dort ist, am Ziel. Die Natur, die kennt das Maß, die weiß wieviel man daraus extrahiert, nur der Mensch ist der, der maßlos ist, der schöpft und weiter expandiert.

Vielleicht trete ich morgen ganz viel leiser, und dann, dann fällt mir ein, so viel Energieverschwendung. Der Alltag ist voll Energie, nur endend, ist der Gebrauch davon ja nie. Voll von Geräten, die man bedient. Geräte können dienen, andernorts gibt es Landminen. Der Zauber, der in dieser Welt. Im Alltag wird er manchmal abbestellt.

Man könnte doch auch verweilen. Umverteilen. 

Dem Wahnsinnswachstum doch  abschwören, dann würde Land wieder dem Land gehören. Dann würden nicht täglich Rodungsmaschinen die Fauna und Flora stören. Dann würde den Menschen, die diesem Land dienen, nicht deren Lebensgrundlage entzogen, sie würden nicht betrogen. Es wäre nur fair und gerecht. So werden sie nur in Abhängigkeit getrieben. Die Mittel zur Wehr, die gibt es ganz schlecht.

Wenn’s im November dann ganz mild, und das Herz sich dann nicht ganz so erwärmt, weil es da draußen ja tobt so ganz wild, dann heißt’s ja, sich wieder einmal an der eigenen Nase zu nehmen, auf zu begehren, Einhalt gebieten, wo es nur geht. Dann ist es auch gut einmal lauter zu werden. Die Stimme als Instrument. Und es läßt sich dann gut dosieren, wenn ein Jeder den Umfang seiner Stimmgewalt kennt.

Und wenn man  das alles zusammen fasst. Dann merkt man ganz schnell, wie schön es ist. Hier zu sein als Gast. Man kann intonieren. Nur leider gibt es wieder, dazu viel zu oft die falschen Lieder.

Wenn’s im Dezember stürmt und schneit…dann kenn ich ganz viele Lieder….und dann pack ich sie aus! Vorzugsweise mit dem Schlitten.

Wenn, ist immer auch hypothetisch. Wenn es jetzt nicht so ist, dann.

Manchmal…

Manchmal denk ich mir, ich will das alles nicht mehr machen. Ich will das alles nicht mehr tun. All diese vielen Sachen. Ich möchte dann einfach nur Ruh’n.

Aber dann, dann spür ich die Liebe. Dann spür ich diesen Moment. Dann spür ich den Sand im Getriebe, und der lässt mich dann auch wieder tun.

Es geht halt auch immer um Grenzen, und Grenzen sind ja nicht neu, es sind bloß die neuen Tendenzen, vor denen ich mich sehr scheu.

Aber Angst zu haben, das bringt ja nicht viel. Mut zu haben, da ist ein Ventil. Und auch wenn der tägliche Wahnsinn manchmal Unmut generiert…..

Manchmal gibt es Grenzen, deren Moral sich von selbst zensuriert!

 

 

zurück.Haltung. haltung.Zurück.

Ich habe jetzt wirklich lange in Zurück.Haltung gelebt. Ja, fast asketisch. Gab mir selbst Äußerungsverbot. Mit meiner Sicht, mit meiner Haltung. Aber jetzt ist echt genug. Zeit für Haltung.Zurück.

Es lässt einem ja manchmal richtig rotieren. Am Stand. Anstand, ja. Abstand ist gefragt. Dauernd dieses ewig gestrige Geschwafel. Ich kann und will es nicht mehr hören. Ich will diese Gesichter nicht mehr sehen, die dauernd diese Geschichten von sich geben, die sie wahrscheinlich selbst oft nicht einmal mehr von sich glauben. Aber wenn so Vieles zurück gehalten wird, weil Überzeugung und Macht (geilheit)  sich daraus nähren, dann speist es sich immer noch gut.

Manchmal kommt es einem so vor. Alles ist im Über. Druss. Fluss. Muss das sein?  Ein eindeutiges NEIN von meiner Seite.

Ich will eine Haltung.zurück. Eine, die sich wieder jenen Themen widmet, die wirklich wichtig sind. Eine Haltung. Die zulässt. Die sich annimmt. Die Perspektiven aufzeigt. Eine mit Herz und Hirn.

Wahrscheinlich ist diese Haltung. Gerade.Aus. Aber sie verursacht tagtäglich neue Haltungs.Schäden.

Im Übrigen. Haltungsschäden sind ganz schlecht. Und es gibt unglaublich Viele, die das auch wissen. Ich habe mal gelesen, oder hab ich das auch gehört?. Bewegung hilft. Da ist auch einmal wöchentlich schon richtig gut. Konsequenz. Das ist Halt. Auch so eine Übungssache. Auch mühsam. Aber im Endeffekt?

Ich habe jetzt einmal den Wetterbericht angesehen. Donnerstag ist ein guter Tag, um sich zu bewegen. Es bleibt schön, geradezu  gewogen. Es geht sich halt auch leichter ohne Regenschutz und mit ohne Schirm aus . Wobei. Es geht sich immer aus. Ein  Hut. Ein Stock. Ein Regenschirm. Damit lässt sich gut leben und tanzen.

Vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran!

 

 

 

Schütteln

Ich hätte gerade so sehr viel mehr zu sagen, und dann, dann verschlägt es mir die Worte/ Sprache. Darum  möchte ich einen Vers meines sehr hoch verehrten Herrn Eugen Roth hier vorne anstellen, da es mich in den letzten Tagen immer wieder so sehr geschüttelt hat. Es ist leider anlassbezogen. Hierbei finde ich den letzten Satz des Verses als einen der gelungensten und treffendsten Aussagen überhaupt.

Eugen Roth: „Schütteln“

„Auf Flaschen steht bei flüssigen Mitteln, man müsste vor Gebrauch sie schütteln. Und dies begreifen wir denn auch- denn zwecklos ist es nach Gebrauch. Auch Menschen gibt es ganz verstockte, wo es uns immer wieder lockte, sie herzhaft hin-und her zu schwenken- in Fluss zu bringen so ihr Denken. Ja, sie zu schütteln voller Wut. Doch lohnt sich nicht, dass das man tut. Man lass sie stehen an ihrem Platz samt ihrem trüben Bodensatz!“

Man gibt ihnen jetzt die Orte, verleiht ihnen Gehör für Worte, die keiner hören will. Doch dann schweigt man still, weil, man hat es nicht gehört, war nicht ganz so noch empört. Man schaut nicht hin. Und die Empörung wird gestillt. Ja sehr beschwichtigt. Es ist ja alles nicht so wild. Ja nichtig. Udo, ein Opfer. Man opfert ihn. Der Böse. So ein Getöse, so ein Wind. Ein böser Bube. Wollte auch ganz vorne sein. Alles ist gut. Nicht so schlimm. Es tagt der Ball, es wird gesungen. Heldenplatz, das ist das ist das Ziel, errungen haben sie ganz viel!

Lassen wir sie doch endlich alle dort stehen mit ihrem trüben Bodensatz und geben ihnen nicht die geringste Chance zu agieren.

 

Vor 18 Jahren…

….ein Brief an Dich, meine liebe Pia!

Die Quadratur des Kreises habe ich nie ganz, aber allmählich verstanden, als sich mein Körper nach 9 Monaten dorthin bewegt hatte. Quadratisch, praktisch, gut abgerundet. Er war an Unförmigkeit kaum zu überbieten, aber die darauf folgende und daraus resultierende Darbietung (nicht ganz unanstrengend wohl bemerkt), war die Schönste in meinem Leben. Du warst plötzlich da!

Meine Schönheit! Zugegeben, anfangs war ich nicht ganz so sicher. Du warst etwas furchig, stirnrunzelig, als hätte alles noch nicht so seinen Platz in deinem Gesicht. Deine Schreie waren laut und fordernd. Dann auch wieder etwas leiser. Dann kam dein Lächeln. Unvergleichlich schön. Deine ersten Gehversuche. Deine ersten Worte. Alles hat dein Leben erweitert, und Meines ein Stück weit bereichert. Gemeinsam haben wir so viele schöne Momente erlebt. Meine nun so „erwachsene Pia“. Jeder Tag ist so schön mit dir. Heute, wie vor 18 Jahren. Ich liebe dich.

Jetzt bist du groß. Großjährig. Großartig warst du immer schon. Jetzt bist du noch größer an Menschlichkeit, an Reife, an erlernter Toleranz und an natürlicher Anmut. Ich bin schon sehr stolz auf dich. Und ich liebe dich.

Jetzt muss ich dich bald gehen lassen. Aber man winselt halt im Leben zweimal. Am Anfang, wenn’s schwer ist, und dann wenn’s so schön ist, beim Abschied……(Schti’s)

Diesen Bericht dürfte ich erst in zwei Tagen veröffentlichen. Irgendwann wurde beschlossen, dass man vorher weder gratulieren noch feiern darf.  Bringt angeblich Unglück. Warum eigentlich??? Ich bin überzeugt davon, dass das Leben sich nicht an so etwas hält. Es ist auch ein bisschen so, wie mit dem Haltbarkeitsdatum! Das hoffe ich doch sehr!

 

 

 

 

 

 

23.Dezember, Lemminge und Panikshoppen-Eine Vorweihnachtsgeschichte                                                                   

Die letzten Einkäufe stehen unweigerlich bevor. Es müssen ja mehrere Tage „überlebt“ werden. 10h Vormittag. Es ist auch mein Ziel heute. Sonderbar, auch andere sind bereits so zielorientiert unterwegs. Schon an der ersten Ampel ist kaum Platz am Gehsteig. Die vordere Reihe wird ungeduldig. Der erste quert bei Rot die Straße. Es gilt ja schließlich Zeit auf zu holen. Reflexartig ziehen mehrere hinterher. Der „Lemmingeffekt“, denke ich mir, und bin jedes mal wieder erstaunt, wenn er eintritt. So einfach funktioniert das eigentlich. Kein Wunder also, dass, denke ich erneut, aber daran will ich jetzt nicht denken.

Ich betrete den Einkaufstempel, und auch hier bietet sich mir neben einer Fülle an Waren, eine noch nie da gewesene Frequenz an Menschen, die teilweise mit langen Listen in der linken, und mit Einkaufskörben- oder Wägen in der rechten Hand, sich durch die Masse zu manövrieren versuchen. Ich atme kurz durch.

Erleichtert bin ich, als ich neben mir plötzlich eine Stimme höre. Es ist mein Sohn, den ich heute als Komplizen dabei habe. Wir bestücken uns mit Einkaufskörben. Lagebesprechung. Es gibt zwei Listen.  Der Plan ist gut, die Wege sind verteilt. Gut, es kann los gehen. „Treffpunkt beim Kühlregal“, sag ich noch, aber er ist schon auftragsmäßig in der Menge verschwunden. Ich muss nicht viel an meiner Liste abarbeiten. So lasse ich mir auch Zeit. An dem einen oder anderen Regal verweilend, um  einen Überblick über die Menge an gleicher, nicht herstellungsidenter Produkte zu bekommen, schnappe ich immer wieder Dialoge auf, deren Inhalt manchmal für die nächsten Tage nicht allzu friedvolles erahnen lassen. Dann wieder eine sich vorbeischiebende Frau mit Zwischengemurmel über die fehlenden Fisolen, oder ein Telefonat, indem sich ein kulinarischer Streit zwischen Mangold und Spinat entfacht hat. Es ist schon seltsam, aber auch amüsant. 

Ich bin schon am Weg zum Kühlregal, da treffe ich auf meinen Komplizen, der freudestrahlend auf seinen gut bestückten Einkaufskorb deutet. Er hat bereits alles . War ja klar. Er lenkt das Gespräch sofort Richtung Wursttheke. „Ach ja, Schinken“, den hab ich doch glatt vergessen. Wir stehen an. Der nächste Dialog zwischen Mutter und Sohn nebenan. Gleiches Szenario, denke ich, aber 25 Jahre später. Ich werde hellhörig. Der Sohn versucht seiner Mutter den fettarmen Putenschinken mit den Worten: “ das ist aber gut für dich“, zu verklickern. Sie wehrt ab und deutet auf die doch reichlich fettere Ausführung und rechtfertigt sich mit einer der Wurst vorgesehenen Verarbeitungsmethode. Ein Hin und ein Her. Dann schaut sie mich an, sieht meinen Sohn, und lacht. “ Das hört nie auf“, sagt sie, „nur werde ich halt jetzt immer belehrt“, fügt sie dann noch hinzu. Wir lachen beide. Froh über die endlich erworbene Beute, warten wir den Ausgang dieser Geschichte nicht ab, und wünschen noch angenehme Festtage.

Auf Richtung Kassa. Die Warteschlangen ziehen sich durch fast das halbe Geschäft. Beinahe erliege ich der Versuchung die Scannerkassen zu benützen. Nein, ich mache es nicht. Irgendwann gibt es auch diese Arbeitsplätze nicht mehr. Mein Sohn und ich spielen in der Warteschlange „Schätz die Summe“ und sondieren dabei die anderen Einkaufswägen. Endlich sind wir an der Reihe. Wir packen alles auf das Förderband. Jetzt wird gewettet. Wer näher an der Endsumme dran ist, der braucht den Trolley nicht nach Hause zu schieben. Hab natürlich verloren. 

Wir treten den Rückweg an. Endlich wieder an der frischen Luft. Vorbei an den stillen Baumriesen, die am Marktplatz noch ausharren müssen. Dem ihnen noch nicht bekannten Schicksal ausgeliefert. Schon bald stehen sie vielleicht im Wohnzimmer erhellt, eingespannt, und mit viel Brimborium aufgeputzt. Sie wissen, die Schönsten sind schon weg. Zum Teil stehen diese noch ganz prahlerisch herum in ihrer neuen Netzhaut, wartend auf den Besitzer. Die Übriggebliebenen warten geduldig. Sie wissen, irgendwann geht es ja doch Richtung Tierpark, aber vielleicht doch noch vorher ein Christbaum……….irgendwie erbärmlich, denk ich mir kurz.

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Meine Gedanken schweifen kurz ab. Es gibt eine Karte bei Activity. Umschreibe den Begriff: Tannenbaumwiedereinpflanzer“ Ich habe mich immer gefragt, wer das wohl macht, und vor allem wann??? Ich wünsche es denen, die noch da verbleiben.

Zurück am Weg. Vorbei an einigen Geschäften, die sich noch einmal voller Glanz und Glitter präsentieren, heute noch dreister, wie mir scheint. “ Heute Panikshoppen von 11-21h“ springt mir da ins Auge. Mein Blick hinein vermittelt mir allerdings ein ganz anderes Bild. Wie behaglich alles wirkt. Klein und fein. Ein Tisch, darauf Kekse und Tee, darum gruppiert einige bequeme Sessel. Es wird geplaudert, gelacht, gustiert, getuschelt, beraten, Meinung eingeholt und ausprobiert.  Eine wirklich sympathische Art von Panikshoppen, denk ich mir. Schade, dass ich eigentlich schon alles habe.

Und übrigens: Ich wünsche allen eine geruhsame und behagliche Zeit. Mögen es wundervolle Tage werden, die sich auch wiederholen dürfen. Auch ohne Fest. Denn, man glaubt es oft nicht. Jeder Tag ist eigentlich ein kleines oder auch großes Geschenk. 

 

 

Schöne Bescherung

Mir fehlen eigentlich die Worte. Um etwas schreiben zu können, muss man sich eigentlich auch dieser bedienen. 183 Seiten. Das ist Schwerstarbeit.

Ich bin ja selbst schuld. Habe mir etwas angehört und angeschaut, dass unattraktiver nicht sein könnte, da es ein Farbenkreis ja nie zusammen bringen würde. Blau und Türkis? Es ist eigentlich unmöglich.

Sprachlosigkeit ist das Eine. Farblosigkeit das Andere. Fuck yu Göthe. Der hat’s zumindest mit den Farben verstanden.

Ich kann keine Worte dafür finden.

Die zweite Maus….oder wie Entscheidungen unser Leben beeinflussen

Täglich sind wir mit so vielen Entscheidungen konfrontiert, die sich manchmal einfach nur abspulen wie ein Faden, und dann gibt es wieder welche, deren Entscheidungsfindung nicht und nicht gelingen mag. Es beginnt meist schon früh morgens mit dem Läuten des Weckers. Soll ich gleich aufstehen oder erlaube ich mir noch diese 5 Minuten, die die Entscheidung dann auch nicht leichter machen, aber so ein bisschen wie ein Austricksen auf unsere Psyche den kleinen, feinen Bonuseffekt ergeben. So nenne ich das jetzt mal ganz salopp. Und dann stehen sie schon Schlange, all die anderen Entscheidungen. Kaffee, oder doch mal lieber Tee? Müsli, nein, Brot, ja was drauf? Was ziehe ich an? Anlass? Wetter? hab ich überhaupt das richtige zum Anziehen?

Danke Gewohnheit, da bin ich froh, dass ich hier selten Stress habe. Die meisten Entscheidungen werden schnell getroffen. Sei es jetzt mangels Zeit oder auch aus Macht der  Gewohnheit. Beides gültig. Und ich möchte auch keine Entscheidung dem Einen vorziehen.

Aber, als notorische Morgenmüfflerin, mehr geht dann aber auch aus zeitlichen Gründen nicht, steht  aber immer wieder eine Entscheidung an. Und, mir dann noch um das richtige Frühstück Gedanken machen? Nein, zu viel.  Entscheidung gefallen, Frühstück gecancelt. Und außerdem ist der Tag eindeutig zu jung für mich. Schließlich ist der morgendliche Zeitrahmen auch noch ausgestattet mit einem intensiven Belebungsversuch meiner Teeny Kinder, die sich leichenblass aus dem Bett erhoben, einmal an den Tisch setzen, und nach Erstversorgung verlangen. Ich kann es ja verstehen.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, da muss ich auch passen, aber die Vorstellung, dass ja die zweite Maus auch den Käse bekommt, gefällt mir da ja schon viel besser.

Entscheidungen. Immer sind sie da, und manchmal auch so lästig, dass man richtig wütend werden kann. So penetrant. Aber ich muss schon sagen, die andere Seite der Entscheidung, ist schon auch sehr spannend und auch willkommen. Es scheidet dadurch auch immer etwas aus dem Leben. Das eröffnet neue Möglichkeiten und auch Wege.

Ich weiß nicht, warum es heute ist, abgesehen davon, dass 1.06. ein schönes Datum ist, aber ich habe mich heute durch gerungen, wahrscheinlich auch, weil ich wieder einmal ein Video über die so verwerfliche Massentierhaltung gesehen habe. Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich werde kein Fleisch mehr essen, solange solche Bedingungen herrschen, und die Politik nicht endlich einmal diesem Raubkapitalismus Einhalt gebietet, und einer würdigen Agrarpolitik und Lebenshaltung folgt.

Ich werde durch  diese Entscheidung  nichts Großes bewegen, aber das ist auch nicht meine Intention. Im Gegenteil. Kleine Schritte sind möglicherweise die beste Fortbewegung, da sie unaufhaltsam geschehen, weil sie gehen.

Bewegung. Entgegen. Oder Füreinander.

Wofür man sich entscheidet, liegt letztendlich in einem selbst. Entscheidung!

 

 

 

 

 

Jahrhundertfrauen

Dieser Titel stammt nicht von mir. Es ist ein Film, der gerade im Kino läuft. Der Titel alleine hat mein Interesse nicht geweckt. Auch nicht die Besetzung. Es ist ein Film über das Erwachsenwerden, der beiläufig eine ganze Epoche portraitiert. Wie viele Auseinandersetzungen dazu gibt es dazu bereits ? Ist auch egal.

Ich habe ihn mir angeschaut. Ich wollte einfach wissen, was dahinter steckt. Und ich muss zugeben, ich war überrascht. Erlebniswelten unterschiedlichster persönlicher,  historischer und kultureller Entwicklungen lassen sich unschwer auf einen Nenner bringen. Und dennoch, es gelingt in diesem Film einen Spannungsbogen her zu stellen, der Frauen so beleuchtet, dass sie in der ihrer innewohnenden Kraft und gleichzeitig existierenden Verletzlichkeit, niemals als Verlierer oder Gewinner da stehen. Vielmehr zeichnet der Film den Umriss des Lebens in so wunderbaren Weise nach, dass es Situationen im Leben gibt, deren Konsequenz man sich manchmal nicht im Geringsten  bewusst ist, aber, durch das Vertrauen in die eigene Kraft, und die der Beziehung zu den anderen, der Entwicklung stand hält.  Inhalte generieren sich immer wieder von Neuem. Es ist, glaube ich, keine Frage der Zeit, es ist vielmehr eine Frage der Haltung und der Aufgeschlossenheit gegenüber den Zeichen der Zeit. Und, wie wunderbar, 1979,  es wird hemmungslos geraucht.

„Prädikat“ sehenswert. Ein Prädikat wird meist durch ein Verb gebildet. Hier vielleicht zwei: sehen und hören!